ChatGPT – rechtliche Konsequenzen für Unternehmen

ChatGPT Recht: Zahlreiche Firmen nutzen bereits ChatGPT. Die KI bewältigt Marketing-Anforderungen, liefert Content für Websites oder unterstützt IT-Abteilungen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben. Dies kann allerdings rechtliche Probleme in den Bereichen Datenschutz, Urheber- und Arbeitsrecht mit sich bringen. Um Konflikte zu vermeiden, sollten Unternehmer einige Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit der KI treffen.

Die Nutzung von ChatGPT & Co. im Unternehmen kann schnell rechtliche Folgen haben
Die Nutzung von ChatGPT & Co. im Unternehmen kann schnell rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen

Ist ChatGPT rechtskonform?

Betriebliche Daten an einen Chatbot übergeben? Nutzerdaten von einer externen Künstlichen Intelligenz verarbeiten lassen? Bereits beim Lesen des Textes werden einige sicherlich schon nervös. Und es bereitet jedem Juristen Kopfschmerzen und Datenschützern ein mulmiges Gefühl im Magen. Ist ChatGPT denn rechtskonform?

ChatGPT bietet viele fantastische Möglichkeiten, aber auch rechtliche Herausforderungen. Rechtsanwalt Sören Siebert, Gründer von eRecht24, verfasste zum Thema ChatGPT Recht den Leitfaden „Der große Guide: Was ist bei ChatGPT erlaubt“. Im Guide erläutert er:

8 praktische Fragen und rechtliche Antworten zu ChatGPT im Unternehmen

  1. Was passiert, wenn ich (oder meine Mitarbeiter) zu Marketing-, Strategie-, Statistikzwecken unternehmensinterne Daten durch eine KI auswerten/verarbeiten/aufbereiten lasse? Gibt es da rechtliche Risiken?
  2. Brauche ich eine Klausel zur Arbeit mit KI für Arbeitsverträge mit meinen Mitarbeitern?
  3. Gibt es rechtliche Dinge zu beachten/ rechtliche Risiken, wenn ich Content (Bilder, Texte etc.) für die Online Präsenz meines Unternehmens mit KI herstelle und auf meiner Webseite veröffentliche? Hafte ich als Unternehmer immer noch für die Inhalte?
  4. Verliere ich mein Urheberrecht an den Inhalten, die ich in eine KI einspeise, wenn ich die Inhalte per Prompt durch die KI optimieren/verändern lasse?
  5. Wer ist Urheber der Inhalte, die eine KI schafft? Darf jeder diese Inhalte benutzen, ohne dass ich das als Unternehmer verhindern kann?
  6. Muss ich vielleicht in der Zukunft Inhalte, die mit Hilfe oder komplett durch eine KI hergestellt wurden, auf meiner Unternehmens-Website kenntlich machen?
  7. Muss ich die KI als Verantwortlichen/Hersteller von redaktionellen Inhalten auf meiner Website nennen?
  8. Bekommt jemand mit, wenn ich in ChatGPT sensible Daten eingebe und der Betroffene bei OpenAI ein Auskunftsersuchen anfordert?

Er gibt die Antworten und kommt zu der Einschätzung, dass die größte Problematik im datenschutzrechtlichen Bereich liegt.

ChatGPT Recht: Problematik Datenschutz

Nutzen Mitarbeiter die KI und geben für Auswertungen beispielsweise personenbezogene Daten von Kunden oder sonstigen Dritten bei ChatGPT ein, kann OpenAI diese speichern und zum Weiterlernen nutzen.

Laut Siebert: „Hierin liegt das größte Risiko – wir wissen nicht, auf welche Weise ChatGPT die eingegebenen Daten verarbeitet oder nutzt bzw. nutzen wird. Das Unternehmen als datenschutzrechtlich Verantwortliche verliert damit die Kontrolle über die personenbezogenen Daten.“

Werden die Daten später in rechtswidriger Weise genutzt, können dem Unternehmen DSGVO-Bußgelder oder teure Abmahnungen drohen. Daher der ChatGPT Recht-Rat von Siebert: „Man sollte seine Mitarbeiter also dazu anhalten, keine personenbezogenen Daten oder sonstige sensible Informationen in ChatGPT einzugeben.“

IT: Optimierung von Programmcode

Wer ChatGPT oder andere KI-Tools zur Optimierung und Entwicklung von Programmiercode nutzen möchte, sollte sich bewusst sein, welche Inhalte eventuell in die Datensätze von ChatGPT & Co. gelangen. Es ist schon passiert, dass Ingenieure großer Tech-Firmen, fehlerhaften Quellcode zum Debugging in ChatGPT eingegeben haben. Und der Chatbot speicherte die firmeninternen Daten und Geschäftsgeheimnisse im Trainingsdatensatz, die dann dummerweise im KI-Chat der Konkurrenz auftauchten. Das kann für die Mitarbeiter arbeitsrechtliche Folgen haben. Für das Unternehmen kann das im schlimmsten Fall geschäftsschädigend sein. Um solche Leaks zu vermeiden, sollten Sie auch für den Einsatz von ChatGPT im IT-Bereich ein hohes Maß an Vorsicht an den Tag legen.

Risikoeinschätzung zum Einsatz von ChatGPT im Unternehmen

Der Gründer von eRecht24 analysierte, die am häufigsten genutzten Bereiche von ChatGPT im Unternehmen. Seine Risikoeinschätzung zum Thema ChatGPT Recht:

  • Hohes Risiko:

            Datenanalyse & -management

            Personalwesen (HR-Prozesse)

  • Mittlers Risiko:

            Softwareentwicklung & IT

  • Geringes Risiko

            Marketing

            Content & Content-Marketing

ChatGPT Recht: Handlungsempfehlung:

Zum Schluss gibt Siebert eine Handlungsempfehlung zum Umgang mit KI im Unternehmen. Unternehmer empfiehlt er:

  • Überprüfen Sie jeden mit KI erstellten Content auf seine inhaltliche Richtigkeit, bevor sie diesen weiterverwenden
  • Regeln Sie den Einsatz von KI im Arbeitsumfeld mit ihren Mitarbeitern
  • Etablieren Sie unternehmensinterne Leitlinien für die Arbeit mit KI-Tools wie ChatGPT, Bing und Co.

Warnung: Darauf sollten Sie achten

Geben Sie keine personenbezogenen Daten, Daten Dritter oder geschäftsinterne sensible Daten in ChatGPT oder andere KI-Programme ein.