Automatisieren mit Make

Automatisieren mit Make: Meine erste Workflow-Automation

Um es gleich vorweg zu sagen, ganz so easy-peasy, wie gerne verkauft geht es nicht, denn der Teufel steckt im Detail. Und das größte Problem ist dabei nicht die Automatisierung mit Make, sondern die API-Zugriffe. LinkedIn ist schon tricky, aber bei Meta, für Threads wird es erst zu einer richtigen Herausforderung. Instagram plane ich als nächstes, aber ich befürchte es wird ähnlich spannend, wie bei Threads, gehört ja zum selben Verein.

Automatisieren mit Make, mein Workflow zum Posten von LinkedIn Beiträge
Mein Workflow: Daten aus Google Sheet holen, Google Gemini AI den Text generieren lassen und anschließend in LinkedIn und auf Threads posten.

Meine Zielsetzung

Mein Ziel war, mithilfe von Make* über einen Workflow und KI automatisch Posts auf LinkedIn und Threads abzusetzen. Das ist mir auch geglückt, hat aber einiges an Trial-and-Error gebraucht. Als Hilfsmittel habe ich den KI-Browser Comet genutzt, um über Perplexity Informationen zu den erforderlichen Einstellungen zu bekommen. Allerdings macht Perplexity nicht viel anderes, als auszuprobieren. Der Vorteil ist, dass Comet da durchaus selbstständig arbeiten kann, sprich in Make neue Module ins Szenario einfügen oder auch löschen kann. Aber Vorsicht! Auch Comet probiert einiges aus, manchmal ist es besser, die KI hier zu stoppen und manuell einzugreifen.

Ich wollte einen Workflow, den ich jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit losschicken kann. Make soll mir über den aktuellen Wochentag, den entsprechenden Datensatz ausfiltern. Und anschließend loslegen, sprich auf Google Gemini AI für den Content zugreifen und anschließend mit Text und Bild auf den Social Media Plattformen posten.

Mein Ansatz für den Workflow zum Automatisieren mit Make

Zunächst habe ich mir ein Google Sheet angelegt, mit dem Namen Social Media Posts. Im Sheet habe ich die erste Zeile als Überschrift mit den Variablennamen und sieben Datensätze manuell erfasst. In der ersten Zeile stehen in den Spalten von A-H folgende Variablennamen:

  • ID
  • Wochentag
  • Webseite
  • Zusatzinfos
  • Bild
  • LinkedIn Post
  • Thread Post
  • Instagram Post

Die ID brauche ich als Weitergabe der Zeilennummer, im Wochentag steht 1 für Montag, 2 für….. und 7 für Sonntag. In der Spalte C mit dem Variablennamen „Webseite“ stehen die Deeplinks zu meinen entsprechenden Blogartikeln auf meiner Website KI-Wandel.de. Unter Zusatzinfos kann ich der KI zusätzliche Infos mitteilen. Um beim Post die Bilder zu wechseln, habe ich Fotos auf KI-Wandel.de hochgeladen und den entsprechenden Link unter der Variable „Bild“ hinterlegt.
Die Ergebnisse für die einzelnen Posts speichere ich hier im Google Sheet ab. Je nach Workflow kann das nützlich sein, in meinem Fall ist es einfach zur Kontrolle.

Mein Google Sheet zum Automatisieren mit Make

Google Sheet Social Media Posts

Automatisieren mit Make: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Make Workflow für Social Media Posts

Lerne, wie du mit Make* deine wiederkehrenden Aufgaben in einfachen Schritten automatisierst – von der Kontoerstellung bis zur aktiv laufenden Automation (Szenario). Und eines ist ganz wichtig bei Make: Leider speichert Make das Szenario nicht automatisch, du musst nicht nur bei den einzelnen Modulen auf „Save“ drücken, sondern unten neben „Run once“ auf das Diskettensymbol klicken!

Make-Konto erstellen und einloggen

Make Anmeldung

Rufe die Website von Make* auf, klicke auf Registrieren und erstelle ein kostenloses Konto mit deiner E-Mail-Adresse oder einem bestehenden Login (z. B. Google). Wähle als Hosting-Region die EU und als Land „Germany“. Bestätige deine E-Mail-Adresse, logge dich ins Dashboard ein und verschaffe dir einen Überblick über die Oberfläche mit dem Szenario-Campus.

Use Case definieren und Apps auswählen

Make Szenario

Überlege dir eine klar umrissene Aufgabe, wie zum Beispiel mein eigenes Szenario: Öffne in Make ein neues Szenario, suche nach den benötigten Apps (z. B. Google Sheets, Google Gemini AI, LinkedIN) und füge sie per Klick auf das Plus-Symbol zum Canvas hinzu.

Trigger-Modul einrichten

Wähle für dein Szenario zuerst ein Trigger-Modul, also das Ereignis, das deine Automation starten soll (z. B. neuer Datensatz in einer Tabelle, eingehende Webhook-Anfrage oder neue E-Mail). In meinem Fall starte ich den Workflow nicht über ein Trigger-Modul, sondern täglich um 10 Uhr, das lässt sich unten einstellen. Und als Filter nutze ich den aktuellen Wochentag mit „Equal to“, also an einem Dienstag wird die Zeile mit Wochentag=2 verarbeitet.

Google Sheet einrichten

Make Google Sheet Eingaben

Für den Zugriff auf Google Sheets, musst du dich über „Sign in with Google“ mit deinem Google Account anmelden, angeben, wo du das Sheet gespeichert hast, wie es heißt, welches Blatt und ob du Überschriften verwendest. Ferner erfordert es die Angabe des Spaltenbereichs und eventuelle Filter, wie oben beschrieben. Und nicht vergessen, auf „Save“ zu klicken.

Google Gemini AI Zugriff einrichten

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Für den Zugriff auf Gemini AI mit dem Module „Make an API call“ brauchst du einen API Key, den du auf aistudio.google.com bekommst. Ich habe mich für die kostenlose Alternative Gemini-2.5-flash entschieden.

Google Gemini AI mit Make

Im Feld URL musst du das richtige KI-Modell eingeben, in meinem Fall Gemini-2.5-flash und die Methode auf „Post“ setzen, damit du die KI beauftragen kannst.

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Im nächsten Schritt musst du die Felder „Header“ so ausfüllen

Im Feld Body gibst du deinen Prompt für die KI ein. Du musst den Prompt wie oben formatieren und hinter „text“:“Dein Prompt…“ eingeben. Die grünen Variablen sind die Variablen aus dem Google Sheet, die die KI für den Post-Content verwenden soll. Anschließend auf „Save“ klicken.

Google Gemini Output

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Das Ergebnis des Zugriffs auf Google Gemini AI findest du hier, logischerweise erst nach einem ersten Durchlauf. Zum Testen kannst du in Make mit einem Rechtsklick auf das Icon „Run this module only“ die Ausgabe ansehen, dann musst du manuell deine Ausgabedaten aus dem Google Sheet eingeben, in meinem Fall den Wochentag (z.B. 1 für Montag) und die URL der gewünschten Webseite.

Parse JSON – Gemini AI Output abholen

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Das Modul „Parse JSON“ dient dazu vom Google Gemini AI Output den generierten Text als JSON string abzuholen. Wie im vorherigen Screenshot zu sehen befindet sich das Ergebnis recht versteckt unter Body candidates.

Router zum Ansteuern der nächsten Module

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Der Router dient zum Ansteuern der nächsten Module. Beim Draufklicken erscheint ein Pluszeichen, hier lässt sich das nächste Module auswählen.

Beim Klicken auf das Pluszeichen öffnet sich die Make-Liste mit den verfügbaren Modulen. In der Beschreibung lasse ich das Google Sheet „Update a Row“ einmal weg, es dient eigentlich nur der Kontrolle, um den KI-Output im Google Sheet zu erfassen, für das Posten auf LinkedIn und Threads ist das nicht erforderlich.

LinkedIn „Create a User Image Post“

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Über das Module „Create a User Image Post“ lässt sich über die API auf LinkedIn ein Foto samt Text posten. Das Module befindet sich unter „LinkedIn“, das oben in der Make-Liste zu sehen ist. Ein Bild lässt sich als Datei oder mit einem URL-Link hochladen. In meinem Fall habe ich meine Bilder auf meine Website KI-Wandel.de in die Mediathek hochgeladen und dann über den URL-Link verwendet. Der URL-Link zum Bild steht im Google Sheet unter der Variablen „Bild“, wie hier in Grün zu sehen.

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Den Inhalt für den Post hole ich mir aus dem Output des „Parse JSON“-Module und zwar aufgegliedert in den Text und in die Hashtags. Und der Post ist für jedermann (Anyone) auf LinkedIn sichtbar.

LinkedIn Connection

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Den Zugriff auf die LinkedIn API findest du bei Make unter Connections. Dafür brauchst du die Developer Application URL, die du über die Linkedn-Developer-App erhälst.

Posten auf Threads

Im Prinzip funktioniert das Posten auf Threads ähnlich wie auf LinkedIn. Allerdings legst du auf Threads erst einmal einen Container an, dann musst du etwas warten, was ich mit dem Sleep-Tool mache und erst anschließend kannst du den Inhalt dazu posten.

Szenario testen, planen und aktivieren

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Starte das Szenario zunächst manuell, prüfe im Ausführungsprotokoll die verarbeiteten Daten und korrigiere Fehler im Mapping oder in den Modul-Einstellungen. Wenn alles wie gewünscht läuft, stelle einen Ausführungsplan ein (z. B. alle 5 Minuten) oder aktiviere eventbasierte Trigger, schalte das Szenario auf Aktiv und überwache in den ersten Tagen gelegentlich die Logs.
In meinem Fall habe ich als Ausführung „Daily at 10:00“ gewählt, allerdings habe ich den Run derzeit nicht aktiviert, das geht über den Schieberegler links daneben. Und ganz, ganz wichtig ist das Speichern des Szenarios, durch Klicken auf das Disketten-Icon, ansonsten gehen deine Änderungen verloren.
Im Szenario habe ich das Posten von Kommentaren auf LinkedIn abgehängt, da dies derzeit so nicht möglich ist.

Blueprint einfach importieren

Du holst dir den JSON-Blueprint runter, klickst in Make.com auf „Neues Szenario“, dann die drei Punkte oben und „Import Blueprint“ – fertig! Natürlich ist die Make-Szenario nicht perfekt und jeder Profi, der tagtäglich Make nutzt, lächelt sicher darüber, aber für dich als Einsteiger sollte das Okay sein. Perfektion ist eines, machen das andere, aber das Wichtigere. Also Pass nur noch deine API-Keys an, und los geht’s.​

Mein Fazit

Make* kann viel mehr als nur Posten – Daten zusammenführen, APIs verknüpfen, Workflows bauen, die skalieren. Das erinnert mich total an meine alten Programmierzeiten, als ich noch Code gebastelt hab. Heute ohne Syntaxfehler, aber mit derselben Power – perfekt für dein smartes Content-Marketing oder sonstige Szenarien. Probier’s kostenlos aus!

Mit der kostenlosen Version erhältst du 1000 Credits im Monat. Das reicht locker, um mein Szenario täglich laufen zu lassen. Make* verfügt über ein umfangreiches Portfolio an Templates, mit bereits vorgefertigten Szenarien. Schau sie dir an und wenn dir Make* gefällt und du damit klar kommst, hier ist die Preisliste:

Make Preisliste

FAQ zu Automatisieren mit Make

Was ist Make und wie hilft es bei der Automatisierung?

Make ist eine Plattform zur Automatisierung von Workflows. Sie verbindet verschiedene Apps, automatisiert wiederkehrende Aufgaben und spart Zeit, sodass Unternehmen effizienter arbeiten können.

Wie kann ich in Make einen Workflow erstellen?

Erstelle Workflows in Make visuell, indem du Module von Apps verbindest. Lege Trigger, Aktionen und Bedingungen fest, um Aufgaben automatisch auszuführen, sobald bestimmte Ereignisse eintreten.

Welche Vorteile bietet die Automatisierung mit Make?

Automatisierung mit Make spart Zeit, reduziert Fehler und steigert die Produktivität. Prozesse werden effizienter, Daten automatisch synchronisiert und wiederkehrende Aufgaben entlasten Mitarbeiter.

Welche Apps lassen sich mit Make verbinden?

Make lässt sich mit vielen Apps wie Google Workspace, Slack, Shopify, Airtable, Notion und Trello verbinden. So können komplexe Workflows zwischen verschiedenen Plattformen automatisiert werden.

Ist Make für Einsteiger geeignet?

Ja, Make ist für Einsteiger und Experten geeignet. Die intuitive Oberfläche erleichtert den Einstieg, während fortgeschrittene Funktionen wie Schleifen und bedingte Logik komplexe Automatisierungen ermöglichen.

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Dipl.-Wirtschaftsingenieur, KI-Enthusiast, Autor
Mit 50 Jahren Erfahrung im IT-Bereich, beschäftige ich mich intensiv mit Künstlicher Intelligenz und ihren vielfältigen Anwendungen in Wirtschaft, Marketing und Alltag. Mit praxisnahen, verständlichen Beiträgen zeige ich, wie KI unseren Wandel gestaltet und wie du die Technologie sinnvoll nutzt. Für meine Arbeit erhalte ich teilweise eine kleine Aufwandsentschädigung.