Aiarty Image Enhancer im Test: Alte Fotos restaurieren, Bilder entrauschen und hochskalieren – so geht es richtig

Alte Fotos restaurieren: Ich habe ein Foto von mir aus dem Jahr 1960. Schwarzweiß, ein bisschen körnig, leicht unscharf – typisch für Aufnahmen aus dieser Zeit. Ich sitze auf einem Motorroller und schaue in die Kamera. Das Foto existiert heute nur noch als Scan. Und ich wollte wissen: Kann eine KI daraus ein klares, scharfes Bild machen, ohne dass es künstlich aussieht?
Das Ergebnis hat mich zunächst enttäuscht. Nicht wegen des Tools, sondern wegen meiner falschen Einstellungen. Beim zweiten Versuch sah es deutlich besser aus. Was ich gelernt habe und wie du es von Anfang an richtig machst, zeige ich hier.


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AiArty hat immer irgendwelche Angebote, derzeit eine Osteraktion für €69 (lebenslang) für Windows und Mac. Auch im Bundle mit dem AiArty Video Enhancer.


Dann teste ich ein aktuelles, unscharfes Foto von mir. Schau dir selbst das Ergebnis an: Aus einem verwackelten Handyfoto wurde ohne Aufwand ein richtig ansprechendes Bild.


Kurzfassung

Alte Fotos restaurieren gelingt mit dem KI-Tool Aiarty Image Enhancer – lokal auf dem Computer, ohne Cloud-Upload und DSGVO-konform.
Das richtige KI-Modell entscheidet: Für alte Schwarzweißfotos liefert Real-Photo v3 die besten Ergebnisse, More-Detail GAN v3 übertreibt und erzeugt Artefakte, aber für neuere Farbfotos funktioniert es perfekt.
⚠️ Upscaling auf 8K klingt gut, schadet aber bei schlechtem Ausgangsmaterial – x2 reicht für die meisten alten Fotos völlig aus, nur die neueren profitieren davon.

Erst digitalisieren – dann mit KI verbessern

Bevor Aiarty* irgendetwas verbessern kann, muss das Foto überhaupt erst als digitale Datei vorliegen. Für alte Papierfotos gibt es drei Wege:

Smartphone-App: schnell, gut genug für viele Zwecke
Mit Apps wie Google Fotoscanner (kostenlos) oder Photomyne lassen sich mehrere Fotos auf einmal abfotografieren – die App erkennt die Ränder automatisch, korrigiert die Perspektive und entfernt Reflexionen. Die Qualität reicht für digitale Archivierung und Web gut aus. Für sehr großformatigen Druck stößt das Smartphone aber an seine Grenzen.

Flachbettscanner: beste Qualität für Eigenregie
Ein guter Flachbettscanner wie z. B. der Epson FastFoto liefert bis zu 1.200 DPI – das ist die Auflösung, die Aiarty als solide Basis braucht, um wirklich gute Ergebnisse zu liefern. Nachteil: Ein Foto nach dem anderen einlegen dauert bei größeren Sammlungen viele Stunden.

MEDIAFIX: professionell, günstig, ohne eigenen Aufwand
Wer einen ganzen Karton voller alter Fotos hat, ist bei einem Dienstleister wie MEDIAFIX* gut aufgehoben. Ab 0,19 € pro Foto werden die Bilder mit bis zu 1.200 DPI gescannt, Farben und Kontraste werden korrigiert, und du bekommst die Dateien zurück – ohne selbst einen Scanner zu bedienen. MEDIAFIX* ist TÜV-geprüft, hat über 100 Annahmestellen in Deutschland und digitalisiert auch Dias, Negative und Fotobücher. Für große Fotosammlungen ist das die zeitsparendste Lösung. Ebenso bei Negativen und Dias. Ich selbst habe hier alle unsere Dias digitalisieren lassen und bin sehr zufrieden.

Die Faustregel: Handy für schnelle Einzelfotos, eigener Scanner für regelmäßige Nutzung, MEDIAFIX* für große Mengen oder besonders wertvolle Originale. Danach kommt Aiarty ins Spiel.


Was ist Aiarty Image Enhancer?

Aiarty Image Enhancer* ist eine Desktop-Software für Mac und Windows, die Fotos und Bilder mit KI verbessert. Sie kann Bilder hochskalieren, entrauschen, entschärfen (also Unschärfe entfernen), Gesichter wiederherstellen und störende Objekte entfernen – alles in einem Programm.

Das Besondere: Alles läuft lokal auf deinem Computer. Du lädst keine Fotos in eine Cloud hoch. Für alte Familienfotos mit erkennbaren Personen ist das aus Datenschutzsicht ein klarer Vorteil.

Ich habe Aiarty gekauft, weil ich nach einer Offline-Lösung gesucht habe, die ohne Abo auskommt und mehr kann als einfaches Hochskalieren. Aiarty bietet beides – und kostet einmalig, nicht monatlich. Vom selben Hersteller gibt es noch den AiArty Video Enhancer, den Bild- und Video-Enhancer gibt es auch zum günstigen Bundle-Preis für PC und Mac.


Was Aiarty alles kann – ein Überblick

Aiarty v3.10 vereint fünf Funktionen in einem Programm:

1. Bilder hochskalieren (Upscaling)
Fotos werden auf 4K, 8K oder bis zu 32K vergrößert, ohne dass sie unscharf oder pixelig werden. Die KI ergänzt dabei fehlende Details, statt nur Pixel zu strecken.

2. Bilder entrauschen
Körnung, die durch schlechte Lichtverhältnisse, hohe ISO-Einstellungen oder alte Scans entsteht, wird per KI entfernt – ohne dass das Bild dabei an Schärfe verliert.

3. Unschärfe entfernen
Verwackelte, weiche oder durch Komprimierung beschädigte Bilder werden klarer. Auch JPEG-Artefakte – die typischen Klötzchen-Muster bei stark komprimierten Bildern – lassen sich damit entfernen.

4. Gesichter wiederherstellen (KI-Gesichtsrestaurierung)
Ein eigenes KI-Modell erkennt Gesichter und restauriert gezielt Hauttextur, Augen, Haare und Gesichtszüge. Es kann außerdem Rote-Augen-Effekte korrigieren und Zähne aufhellen.

5. KI-Radierer (neu ab v3.9, Beta)
Störende Objekte, Personen im Hintergrund, Texte oder kleine Makel lassen sich mit einem Pinsel markieren und entfernen. Die KI füllt den Bereich anhand der umliegenden Texturen nahtlos auf.

Zusätzlich gibt es ein Farbpanel für manuelle Anpassungen: Weißabgleich, Belichtung, Kontrast, Sättigung und eine experimentelle SDR-zu-HDR-Funktion. Für die Archivierung exportiert Aiarty in JPEG, PNG, TIFF, DNG, AVIF und HEIC – mit einstellbarer DPI für Druck oder Web. Die Stapelverarbeitung erlaubt bis zu 3.000 Bilder pro Stunde – für alle, die größere Fotosammlungen auf einmal bearbeiten wollen.


Was Aiarty anders macht als Photoshop oder GIMP

Photoshop und GIMP sind mächtige Programme – aber sie arbeiten anders. Sie geben dir Werkzeuge in die Hand: Regler für Helligkeit, Schärfe-Filter, Stempel-Werkzeug. Du entscheidest jeden Schritt selbst. Das ist gut, wenn du weißt, was du tust. Es bedeutet aber auch: Du brauchst Erfahrung, Zeit und ein gutes Auge für das, was ein Bild braucht.

Aiarty Image Enhancer* arbeitet anders. Du lädst ein Foto hoch, wählst ein Modell und drückst auf Start. Die KI analysiert das Bild selbstständig – sie erkennt, wo Korn ist, wo Unschärfe liegt, wo ein Gesicht sitzt – und verbessert diese Bereiche gezielt. Du greifst nicht Pixel für Pixel ein. Das Ergebnis steht in Minuten, nicht in Stunden.

Der Unterschied ist kein Qualitätsproblem, sondern ein Anwendungsfall: Photoshop ist ein Profi-Werkzeug für gezielte manuelle Eingriffe. Aiarty ist ein KI-gestütztes Batch-Tool für schnelle, automatisierte Verbesserungen. Wer zwanzig alte Familienfotos restaurieren möchte, kommt mit Aiarty erheblich schneller ans Ziel. Wer ein einzelnes Foto pixelgenau retuschieren will, greift besser zu Photoshop oder GIMP – oder kombiniert beides: Aiarty für die Grundverbesserung, GIMP für die Feinarbeit.

Ein weiterer praktischer Unterschied: Photoshop kostet monatlich, GIMP ist kostenlos aber komplex in der Einrichtung von KI-Plugins. Aiarty ist einmalig kaufbar und sofort einsatzbereit – ohne Plugin-Suche, ohne Lernkurve für KI-Funktionen. Und es ist günstig.


Mein erster Fehler beim alte Fotos restaurieren: das falsche Modell

Ich habe meinen Motorroller-Scan in Aiarty geladen und das erstbeste Modell genommen: More-Detail GAN v3. Klingt gut. Für alte Fotos ist es das aber nicht.

Dieses Modell ist darauf trainiert, möglichst viele Details herauszuarbeiten – bei neueren Farbfotos mit guter Ausgangsqualität funktioniert das gut. Bei einem körnigen Schwarzweißfoto aus den 1960ern macht es das Gegenteil: Es verstärkt das Korn, erzeugt künstliche Strukturen, und das Ergebnis sieht aus wie ein überbearbeitetes Bild.

Dazu hatte ich die Stärke auf 1.00 gestellt – also Maximum. Das hat das Problem noch verstärkt. So kann man ein Foto verschlimmbessern.

→ Vorher, links das Original von 1960 / Nachher mit falschem Modell – More-Detail GAN v3, Stärke 1.0


Die richtigen Einstellungen für alte Schwarzweißfotos

Modell: Real-Photo v3
Dieses Modell nutzt eine sogenannte Diffusion-Architektur – das bedeutet, es berechnet das Ergebnis in mehreren Schritten statt in einem einzigen Durchgang. Das führt bei echten Fotos zu natürlicheren Ergebnissen. Es ist speziell für Familienporträts, Produktfotos und Landschaftsaufnahmen entwickelt worden.

Stärke: 0.5
Für alte, körnige Fotos gilt: weniger ist mehr. Bei 0.5 wird das Bild spürbar besser, ohne künstlich auszusehen.

2-Pass-Verarbeitung aktivieren
Diese Option findest du direkt unter dem Modell-Auswahlfeld. Aiarty rechnet das Bild zweimal durch – beim zweiten Durchlauf werden Stellen nachgebessert, die beim ersten noch nicht perfekt waren. Dauert länger, liefert bessere Ergebnisse.

Upscale: x2
Mein Original hatte 2000 × 1953 Pixel. Mit x2 komme ich auf rund 4000 × 3900 Pixel – das reicht für großformatigen Druck und digitale Archivierung. Beim ersten Versuch hatte ich auf 8K hochgerechnet. Das war zu viel: Die KI muss dabei Details erfinden, die im Original gar nicht vorhanden sind. Das sieht man.

Gesicht-Retusche zusätzlich aktivieren
Für Porträts empfiehlt sich das separate Gesicht-Retusche-Modell. Es erkennt das Gesicht automatisch und verbessert Hauttextur, Augen und Haare gezielt – unabhängig vom gewählten Hauptmodell.

Screenshot AIArty Image Enhancer Einstellungen

→ Einstellungen im rechten Panel – Real-Photo v3, Stärke 0.5, 2-Pass aktiviert, x2, Gesicht-Retusche aktiv. Im Sceenshot ist 2-Pass noch nicht aktiviert, die Stärke steht auf 1 und die Gesichtsretusche ist im Bild nicht sichtbar. Bei Farbfotos lassen sich die Farben noch anpassen.


Das Ergebnis: Motorroller 1960

Mit den richtigen Einstellungen sieht das Ergebnis deutlich besser aus. Das Bild ist schärfer, das Korn ist weg, die Konturen des Motorrollers und das Kleid sind klar erkennbar. Das Gesicht wirkt natürlicher als beim ersten Versuch.

Es ist kein Wunder – man sieht, dass es ein altes Foto ist. Aber es ist jetzt ein gutes altes Foto.

→ Vorher/Nachher mit den richtigen Einstellungen – Motorroller 1960


Zweites Beispiel: ein neueres Farbfoto

Bei einem aktuellen Farbfoto gelten andere Regeln. Hier habe ich More-Detail GAN v3 mit Stärke 0.6 verwendet – genau das Modell, das beim alten Schwarzweißfoto übertrieben hat. Bei einem neueren Farbfoto mit besserer Ausgangsqualität arbeitet es präzise: Haare, Haut und Hintergrund werden klarer getrennt, das Bild wirkt frischer.

Für Farbfotos lohnt es sich außerdem, das Farbpanel zu öffnen und Weißabgleich sowie Kontrast leicht anzupassen – oft reicht eine kleine Korrektur, um das Ergebnis deutlich lebendiger wirken zu lassen.

Das nachfolgende Bild war ein Dia von 1981. Ich habe es mit MEDIAFIX* digitalisieren lassen. Da war es schon recht gut, aber nach einem Durchlauf mit AIArty sieht es noch um einiges besser aus:

Foto Christa Stuber von 1981 vorher/nachher

→ Hier mein Bild vorher und nachher mit folgenden Einstellungen: Stärke 0.6, 2-Pass aktiviert, x4, Gesicht-Retusche und HDR aktiv, an den Farbeinstellungen habe ich nichts geändert, vielleicht könnte man an dieser Schraube noch drehen.


Das richtige Exportformat

FormatBeste Nutzung
TIFFArchivierung, verlustfrei, ideal für Druck
JPEG (Qualität 100)Web, Blog, Social Media
DNGWeiterbearbeitung in Lightroom oder Photoshop
AVIFSehr kleine Dateien, aber noch nicht überall kompatibel
PNGTransparenz, digitale Nutzung

Für das Motorrollerfoto: TIFF + 300 DPI zur Archivierung, JPEG Qualität 100 + 96 DPI für den Blog.


Datenschutz und DSGVO

Aiarty* verarbeitet alle Bilder lokal auf deinem Computer. Es wird kein Foto hochgeladen, kein Konto benötigt, keine Cloudverbindung hergestellt.

Das ist ein echter Unterschied zu Apps wie Remini (speichert Fotos bis zu 30 Tage auf eigenen Servern) oder HitPaw (nutzt Cloudverarbeitung für bestimmte Funktionen). Wer alte Familienfotos mit erkennbaren Personen bearbeitet, sollte das ernst nehmen – auch bei privater Nutzung.


Aiarty im Vergleich

ToolVerarbeitungKostenBesonderheit
AiartyLokalEinmaligViele Modelle, einfach, DSGVO-konform
UpscaylLokalKostenlosOpen Source, weniger Funktionen
HitPawTeils CloudAboÄhnliche Qualität, schlechterer Datenschutz
ReminiCloudAboSehr gut bei Gesichtern, Datenschutz fraglich
GIMP + KI-PluginLokalKostenlosMächtig, aber aufwendig einzurichten

Wer günstig, offline und einfach zugleich sucht: Aiarty ist aktuell eine der wenigen Optionen, die das kombiniert. Upscayl ist eine gute kostenlose Ergänzung für einfache Fälle.


Fazit

Aiarty Image Enhancer* ist kein Wundertool. Es kann aus einem schlechten Scan kein perfektes Foto machen. Aber es kann aus einem mittelmäßigen alten Foto ein klar verbessertes machen – wenn man die richtigen Einstellungen wählt.

Der entscheidende Punkt: Das Modell muss zum Bildtyp passen. More-Detail GAN v3 ist nicht für alte Fotos gedacht. Real-Photo v3 ist es. Das steht nicht groß auf der Startseite, macht aber den gesamten Unterschied.

Ich habe Aiarty Image Enhancer* behalten. Es läuft lokal, kostet einmalig und liefert für meine Zwecke – alte Familienfotos restaurieren, gelegentlich neuere Bilder entrauschen oder hochskalieren – zuverlässig gute Ergebnisse.

Die mit * gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Für dich entstehen keine Mehrkosten.

FAQ zu Aiarty Image Enhancer

Welches Modell nehme ich für alte Schwarzweißfotos?

Für alte Schwarzweißfotos empfiehlt sich Real-Photo v3 – nicht More-Detail GAN. Letzteres ist für neuere Fotos mit guter Ausgangsqualität gedacht und eignet sich nicht für historische oder stark beschädigte Aufnahmen.

Werden meine Fotos in die Cloud hochgeladen?

Nein. Aiarty Image Enhancer verarbeitet alle Bilder lokal auf deinem Computer. Es wird keine Internetverbindung für die Bildverarbeitung benötigt – deine Fotos bleiben jederzeit auf deinem Gerät.

Was bedeutet Entrauschen bei Aiarty?

Rauschen ist das sichtbare Korn in Fotos – es entsteht bei schlechtem Licht, alten Scans oder stark komprimierten Bildern. Aiarty entfernt dieses Korn per KI-Entrauschen, ohne die Schärfe zu reduzieren.

Was ist der KI-Radierer in Aiarty v3.10?

Der KI-Radierer ist ein neues Feature in Aiarty v3.10: Du markierst mit einem Pinsel störende Objekte oder Personen im Bild, und die KI entfernt sie automatisch – der freie Bereich wird anhand der Umgebung nahtlos aufgefüllt.

Gibt es eine kostenlose Testversion von Aiarty?

Ja, Aiarty Image Enhancer ist als kostenlose Testversion verfügbar. Die exportierten Bilder enthalten dann ein Wasserzeichen. Für einen ersten Eindruck der KI-Bildverbesserung reicht das vollkommen aus.

Foto Christa Lindau removebg preview

Dipl.-Wirtschaftsingenieur, KI-Enthusiast, Autor
Mit 50 Jahren Erfahrung im IT-Bereich, beschäftige ich mich intensiv mit Künstlicher Intelligenz und ihren vielfältigen Anwendungen in Wirtschaft, Marketing und Alltag. Mit praxisnahen, verständlichen Beiträgen zeige ich, wie KI unseren Wandel gestaltet und wie du die Technologie sinnvoll nutzt. Für meine Arbeit erhalte ich teilweise eine kleine Aufwandsentschädigung.